Häufige Fragen zur Prüfung
Hier findest du Antworten auf die Fragen, die sich angehende sozialpädagogische Assistenzkräfte, Sozialassistentinnen und Kinderpfleger vor der Abschlussprüfung am häufigsten stellen.
Ablauf und Aufbau der Prüfung
Wie ist die Abschlussprüfung in der Sozialassistenz aufgebaut?
In fast allen Bundesländern besteht sie aus drei Teilen: einer schriftlichen Prüfung in den berufsbezogenen Fächern, einer praktischen Prüfung mit einem selbst geplanten Angebot und einer mündlichen Prüfung beziehungsweise einem Fachgespräch. Die genaue Ausgestaltung und Gewichtung legen Bundesland und Berufsfachschule fest. Den kompletten Ablauf findest du unter Prüfungsablauf.
Wie lange dauert die Ausbildung und wann findet die Prüfung statt?
Die Ausbildung dauert in Vollzeit zwei Jahre, in der praxisintegrierten Form teilweise drei Jahre. Die schriftlichen Prüfungen liegen meist im Frühjahr, in Hamburg zum Beispiel zentral im Mai. Die praktischen Prüfungen folgen üblicherweise von Mai bis Juli.
Welche Prüfungsfächer gibt es?
Geprüft werden je nach Land die berufsbezogenen Fächer: Sozialpädagogik beziehungsweise sozialpädagogisches Handeln, Gesundheitsförderung und Pflege, in mehreren Ländern zusätzlich Hauswirtschaft und Ernährung sowie Deutsch oder Sprache und Kommunikation. Eine Übersicht aller Inhalte findest du unter Prüfungsthemen.
Wie läuft die mündliche Prüfung ab?
Im Fachgespräch sprichst du mit der Prüfungskommission über deine praktische Arbeit, ordnest Fachbegriffe ein und begründest pädagogische Entscheidungen. Es dauert meist 15 bis 25 Minuten. In einigen Bundesländern findet die mündliche Prüfung nur statt, wenn eine Note verbessert werden soll oder das Gesamtergebnis noch offen ist.
Praktische Prüfung
Was erwartet mich in der praktischen Prüfung?
Du planst ein pädagogisches Angebot, gibst eine schriftliche Ausarbeitung ab, führst das Angebot mit einer Kleingruppe von meist vier bis acht Kindern durch und reflektierst es anschließend mit der Kommission. Das Angebot dauert in der Regel 20 bis 30 Minuten. Alle Schritte von der Bedingungsanalyse bis zum Reflexionsgespräch erklärt die Seite praktische Prüfung.
Wie formuliere ich Feinziele richtig?
Ein Feinziel ist richtig formuliert, wenn du nach dem Angebot mit Ja oder Nein beantworten kannst, ob es erreicht wurde. Das Kind ist dabei das Subjekt, nicht du, und du verwendest ein beobachtbares Verb wie benennen, sortieren, abwarten oder zeigen. Nicht geeignet sind Formulierungen wie verstehen, erleben oder Spaß haben.
Berufsbild, Bundesland und Zugang
Was ist der Unterschied zwischen Sozialassistenz und Erzieherausbildung?
Die sozialpädagogische Assistenz ist eine zweijährige Ausbildung an der Berufsfachschule und qualifiziert dich als Assistenzkraft: Du wirkst mit, unterstützt und übernimmst Aufgaben, die Gesamtverantwortung für die Gruppe liegt aber bei der Fachkraft. Die Erzieherausbildung dauert an der Fachschule je nach Bundesland zwei bis vier Jahre und führt zur eigenverantwortlichen pädagogischen Fachkraft. Der Abschluss in der Assistenz ist in acht Ländern zugleich der Standardzugang zur Erzieherausbildung, in den übrigen acht eine von mehreren Möglichkeiten. Der einzige Zugang ist er nur in Mecklenburg-Vorpommern.
Was ist der Unterschied zwischen Kinderpfleger/in und Sozialassistent/in?
Im Kern derselbe Beruf mit unterschiedlichen Namen und Schwerpunkten. Kinderpflege (Bayern, NRW) ist klar auf die Arbeit mit Kindern ausgerichtet. Die Sozialassistenz ist in einigen Ländern breiter angelegt und umfasst auch Behindertenhilfe und Pflege, etwa in Sachsen. Sozialpädagogische Assistenz (SPA) ist die Bezeichnung in Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg. Die Prüfungsinhalte überschneiden sich weitgehend.
Kann ich die Prüfung auch extern ablegen?
Ja. Die Externen- beziehungsweise Nichtschülerprüfung richtet sich an Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger sowie an alle, die ohne regulären Besuch der Berufsfachschule abschließen wollen. Der Ablauf ähnelt der regulären Prüfung mit schriftlichem, praktischem und mündlichem Teil. Zulassungsvoraussetzungen, Nachweise über Berufspraxis und Anmeldefristen unterscheiden sich je nach Bundesland deutlich.
Bekomme ich mit der Prüfung auch einen Schulabschluss?
In vielen Bundesländern ja. In Nordrhein-Westfalen kannst du mit der Berufsfachschule zusätzlich den mittleren Schulabschluss (Fachoberschulreife) erwerben, teils mit Qualifikationsvermerk. Auch andere Länder koppeln den Berufsabschluss an einen erweiterten Schulabschluss, oft mit Mindestnoten in Deutsch, Mathematik und Englisch. Die Details regelt deine Schule, ein Überblick steht unter Bundesland.
Vorbereitung und Lernen
Wie viel Zeit sollte ich zum Lernen einplanen?
Für den schriftlichen Teil sind acht bis zehn Wochen mit regelmäßigen, kurzen Lerneinheiten eine gute Faustregel. Für die praktische Prüfung solltest du deutlich früher starten, weil Themensuche, Beobachtung, Ausarbeitung und Probelauf zusammen mehrere Wochen brauchen. Einen Phasenplan findest du bei den Lerntipps.
Wie übe ich am besten für die schriftliche Prüfung?
Am wirksamsten ist aktives Abrufen statt Wiederlesen: dich selbst abfragen, Fallaufgaben schreiben und die Operatoren genau beachten. Prüfungsnahe Fallaufgaben mit ausführlichen Musterlösungen findest du unter Prüfungsfragen, dazu die kostenlose Probeprüfung.
Nach der Prüfung
Was passiert, wenn ich einen Prüfungsteil nicht bestehe?
In allen Bundesländern kannst du die Prüfung wiederholen, in der Regel einmal. Ob nur der nicht bestandene Teil oder die gesamte Prüfung wiederholt wird und wann der neue Termin liegt, steht in der Prüfungsordnung deines Landes und deiner Berufsfachschule. Frag dort direkt nach, sobald das Ergebnis feststeht.
Wie geht es nach der bestandenen Prüfung weiter?
Du kannst als Zweitkraft oder Assistenzkraft in Kita, Krippe, Hort, Ganztagsschule oder Behindertenhilfe arbeiten. Der Abschluss ist außerdem der klassische Zugang zur Erzieherausbildung an der Fachschule für Sozialpädagogik, in einigen Ländern mit Anrechnung des ersten Ausbildungsjahres oder direktem Einstieg in die Oberstufe.
Am besten lernst du durch Üben
Teste dein Wissen mit prüfungsnahen Fragen und geh mit einem guten Gefühl in deine Abschlussprüfung.